Kirche St. Michael, Feilbingert

Adresse: Ebernburger Str. 21, 67824 Feilbingert

Fenstergläser voller Farbsymbolik

Vorstellung unserer Kirche St. Michael in der Kirchenzeitung der pilger

Autor: Friju

Ihr schneeweißer Turm ist schon von weitem sichtbar und weist den Weg zur Pfarrkirche St. Michael in Feilbingert. Direkt an der Durchgangsstraße gelegen, verbirgt eine Mauer, dass sich dahinter ein weitläufiger Garten eröffnet. Ein idyllischer Platz, der nach dem Gottesdienst zum Verweilen einlädt.

In ihrem Inneren empfängt die Kirche ihre Besucher mit einem raffinierten Hellgrau, so strahlend, dass es leicht mit Weiß konkurrieren könnte. Das lichte Gewand hat ihr eine Renovierung 2008 angelegt. Bereits 1960 wurde die Kirche auf Vordermann gebracht. „Damals musste der gotische Hochaltar weichen, weil der Holzwurm an ihm genagt hatte“, berichtet Pfarrer Norbert Schlag. „Um den Bogen zum Chor hin wurde das himmlische Jerusalemmalerisch dargestellt.“ Davon ist heute nichts mehr zu sehen. Feuchtigkeit und Salpeter machten es nötig, die Kirche umfassenden Maßnahmen zu unterziehen. Die sind nicht nur gut durchdacht, sondern auch voller Symbolik.

Das wird besonders in den neuen Fenstern deutlich. Wie ihre Vorgänger bleiverglast, zeigt das Glas im Langhaus einen Farbverlauf, dessen bräunliche Töne im unteren Teil nach oben hin in Blau übergehen. Eine Idee, die auf Pfarrer Schlag zurückgeht. „Das Braun steht für die Erde und finstere Momente. Das Blau verkörpert den strahlenden Himmel. In diesem Bereich lassen die Fenster auch mehr Licht herein“, erklärt er. Im Chor deutet die Bleiverglasung Kreuze an. Eine Einladung für die Menschen, ihr Kreuz, das sie zu tragen haben, mit in die Kirche zu bringen. „Und Gott zu bitten, es mitzutragen.“ Das strahlenförmige Chorgewölbe stehe für das Wort und den Geist Gottes, den er von oben auf die Menschen hinab sendet. Kleine goldene Schmuckelemente symbolisieren ebenfalls die Gegenwart Gottes. Der Kreuzweg, der sich früher durch die Kirche reihte, habe nach der Renovierung keinen Platz mehr gefunden. Er wurde durch zwölf Apostelleuchten ersetzt. „Die Menschen sind die Apostel der heutigen Zeit, die den Glauben und das Evangelium in die Welt tragen. „Den Chorbogen flankieren eine alte Marienfigur und auf der anderen Seite die Figur des heiligen Michael. Sie ist neu und stammt aus der Werkstatt eines Herxheimer Künstlers.

Ersetzt wurde auch die Bestuhlung durch etwas breitere Bänke, aber nach altem Vorbild. Modern kommen Opferlichtständer, Osterleuchter und der Halter des ewigen Lichts daher. „Die haben Leute aus der Pfarrei selbst gemacht.“ Ein Engagement, das Norbert Schlag nicht genug loben kann. „Die Ehrenamtlichen sind die großen Tragebalken der Gemeinde. Sie setzen sich voll und ganz für die Pfarrei ein.“ Die Unterstützung sei nach der Umstrukturierung der Pfarreien umso wertvoller. „Zur ursprünglichen Pfarrei St. Michael gehörten vier Ortschaften, in der neu errichteten Pfarrei sind es jetzt 23 mit acht Kirchen.“ Um ihnen gerecht zu werden, legt Norbert Schlag pro Woche 400 Kilometer zurück. „Aber mir ist es ja wichtig, die Menschen zu erreichen und das in vielerlei Hinsicht.“

Dem trägt auch die neue Platzierung des Kircheneingangs in Feilbingert Rechnung. „Vorher haben die Leute quasi gleich auf der Straße gestanden, sobald sie ins Freie getreten sind. Deshalb wurde der Eingang in den Turm und damit zum Garten hin verlegt. Das ist ein schöner Platz, um nach dem Gottesdienst noch miteinander zu reden.“ Friju

 

Pfarrkirche St. Michael in Feilbingert (Ebernburgerstraße 19):
Sie wurde 1868 erbaut und 1883 eingeweiht. Drei Glocken, Orgel mit 16 Registern, etwa 100 Sitzplätze. Die Kirche gehört zur Pfarrei Feilbingert- Heiliger Disibod im Dekanat Donnersberg. Öffnungszeiten: täglich von 8 bis 18 Uhr.

Kirche St. Michael Feilbingert